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Anne Riebel

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7. September 2020

Im Weinladen

Unter dieser Rubrik schreibe ich zusammen mit dem Weinladen bei uns im Viertel über Wein und Literatur ...



(c) Anne Riebel

Der kleine Schluckspecht

Ich habe einen Text zum verantwortungsvollen Weingenuss versprochen (siehe Einstein-Beitrag vom 16. Mai 2020).



Um den Beitrag zu lesen, klicken Sie bitte hier :-)



Seit mehr als 35 Jahren sind Ulrike und Friedrich in ihrem Weinladen am Metzer Platz mit ausgesuchten Produkten rund um den Wein präsent.





20.-22. August 2020

Der Rudolstädter Sommer ...

... ist legendär. 1788 hat Schiller in dieser zauberhaften kleinen Stadt im Süden Thüringens die beiden Lengefeld-Schwestern Caroline (später von Wolzogen, siehe Beitrag vom 27. Juli) und Charlotte, seine spätere Frau kennengelernt. In dem Haus, in dem sie damals gelebt haben, zu dem der junge Friedrich doppelt beschwingt ging, weil literarisch inspiriert und auf Freiersfüßen unterwegs, befindet sich heute das Schillermuseum ...



Gemeinsam mit meiner lieben Freundin Simone unternehme ich diese Reise. Seit Wochen habe ich mich mit dem deutschen Nationaldichter und den beiden Damen beschäftigt. Schillers Lebensgeschichte, die anfangs von einem ungestümen Hunger nach geistiger Freiheit und Selbstverwirklichung beflügelt wird, fasse ich im Garten des Hauses für uns zusammen ...

Simone ist Meisterin in einer Kunst, die nur noch wenige Menschen beherrschen - sie kann zuhören ...





Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg zum Residenzschloss Heidecksburg ...

Auf einer Steinmauer im Schlossgarten führen wir uns eine Geschichte zu Gemüte, die Schiller während seines Rudolstädter Sommers geschrieben hat: Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt. Im Jahr 1547. Er war also durchaus nicht müßig, während seines Aufenthalts im schönen Saaletal, sondern hatte sich für die Recherche ein dickes Geschichtsbuch zu Gemüte geführt, das im Schillerhaus ausgestellt ist.





Charlottes Schreibtisch im Schillerhaus, dahinter die Räume ihrer Mutter, der "Chère mère"
(c) Fotos alle Anne Riebel, Quellen / Literaturnachweise wie Beitrag vom 27. Juli
Caroline, die ältere der beiden Schwestern, wird durch ihren Roman Agnes von Lilien selbst eine bekannte Schriftstellerin werden. Nach Schillers Tod schreibt sie eine Biographie über ihren berühmten Schwager. Das Bild, welches sie in Schillers Leben von ihrer jüngeren Schwester Charlotte zeichnet, wird sich hartnäckig bis in die heutige Zeit hinein halten: eine liebende, fürsorgliche Gattin, perfekte Hausfrau und Mutter der vier Kinder ...

Wir haben hier genauer hingeschaut und eine Frau entdeckt, die ihren eigenen Blog-Beitrag verdient ...


10. August 2020

Unterwegs in Mitte ...



(c) Anne Riebel




27. Juli 2020

Ausflug in die Empfindsamkeit


Während der letzten Wochen habe ich mich intensiven Recherchen gewidmet und dabei eine zauberhafte Geschichte entdeckt - genau die richtige Lektüre für einen lauen Sommerabend auf dem Balkon, am Seeufer oder vor einem überwältigenden Bergpanorama. Da packt einen die Sehnsucht, da wird einem ganz romantisch zumute, da möchte man sich davonmachen in eine märchenhafte Welt
... Die Geschichte heißt allerdings Die Zigeuner. Hhm?! Das ist ja jetzt eigentlich nicht mehr so ganz ... was eigentlich? Politisch korrekt? ...

Um den vollständigen Beitrag und die Geschichte zu lesen klicken Sie bitte hier :-)




20. Juni 2020

Spandauer Humor ...




(c) Anne Riebel








16. Mai 2020

Im Weinladen


Unter dieser Rubrik schreibe ich zusammen mit dem Weinladen bei uns im Viertel über Wein und Literatur ...


Trink' ich die Flasche bis zum Weinstein, fühl' ich mich genial wie Einstein



(c) Anne Riebel, Fotographie der Erinnerungstafel (Ausschnitt)
Anfang der Zwanziger Jahre hatte Albert Einstein in der Kleingartensiedlung an der Scharfen Lanke eine Laube, die er liebevoll sein Spandauer Schloss nannte.
Einer Erinnerungstafel im Burgunderweg, welche die Wochenendsiedlung und Wassersportvereinigung Bocksfelde e. V. vor einigen Jahren aufstellen ließ, ist das folgende Zitat zu entnehmen: "Mein Schlösschen erweist sich wasserdichter als meine Segeljolle."

Den kopletten Beitrag finden Sie oben hinter dem blau-markierten Link ;-)


Seit mehr als 35 Jahren sind Ulrike und Friedrich in ihrem Weinladen am Metzer Platz mit ausgesuchten Produkten rund um den Wein präsent.


1. Mai 2020

Wir leben noch

Es ist Feiertag und wir sind völlig erschöpft. Trotz der kurzen Woche. Obwohl wir nur zwei, drei Tage versetzt ins Büro fahren. Warum strengt einen die Stimmung, diese Atmosphäre da draußen so an? Es ist nicht diese gesunde Müdigkeit, die mich oft abends überfällt, in der auch die Zufriedenheit mit drinsteckt, mein Tagwerk geschafft zu haben.
Es ist eine emotionale, mentale Müdigkeit, eine seelische Erschöpfung und es gibt eigentlich nichts, worauf ich zurückgreifen könnte, in den bunten Regalreihen meiner Erfahrungen und Erinnerungen. Oder doch?! Es ist nur schon eine Weile her, dass ich zuletzt an einer teilgenommen habe, deshalb ist es mir nicht gleich einfallen. Ja, es fühlt sich an, wie nach einer Beerdigung!

Dabei sind wir doch nach wie vor am Leben. Wir waschen die Wäsche und kochen unsere Kartoffeln. Wir arbeiten. Führen hier wie immer, im Rahmen der nun etwas eingeschränkteren Möglichkeiten unsere Lebens-Kampf-Kunst fort. Ich spüre mein Herz in meiner Brust pochen. Den Atem in meine Lungen ein- und ausströmen. Und wie schön es ist, das frei und in aller Tiefe tun zu können, wird mir umso bewusster, wenn ich die Maske gleich nach dem Aussteigen aus der Bahn abnehmen kann.

Dass manch einer, den es jetzt existenziell hart getroffen hat, traurig oder geknickt ist; dass diejenigen, die jetzt besonders viel zu tun haben, unter der Last der zusätzlichen Arbeit und Verantwortung ächzen und stöhnen, kann ich sehr gut nachfühlen und verstehen. Doch diese vorauseilende Pietät?
Diese Todernsthaftigkeit, als hätte diese neue Art von Grippe längst schon alle dahingerafft?! Natürlich haben wir Angst.
Wenn ich mich einer Angst aber bedingungslos ausliefere, lebe ich so, als wäre das, was ich fürchte, bereits eingetroffen.
Oder hat es eine Verordnung gegeben, die jedes Lächeln, jeden freundlichen Blick oder den Versuch, ein kleines Gespräch zu beginnen mit einem Bußgeld belegt?!

"Wir stecken halt nicht drin", höre ich die Alten aus den Dörfern meiner Kindheit sagen, während ich zusehe, wie die einen immer vehementer an ihrer Hybris, alles im Griff haben zu können, festhalten. Die anderen, vielleicht weil sie die Illusion allmählich durchschauen, in einer Art von beleidigtem Trotz versinken. Und ich mühe mich, etwas auszudrücken, was Agatha Christie in ihrer Autobiographie vor mehr als fünfzig Jahren aufs Allertrefflichste formuliert hat: "Ich habe das Leben immer spannend gefunden. Teil zu sein von etwas, das man überhaupt nicht versteht, ist, so meine ich einer der faszinierendsten Aspekte des Lebens. Ich lebe gern. Ich bin manchmal völlig verzweifelt, fürchterlich unglücklich und von Leid gequält gewesen, aber ich habe dennoch immer das sichere Gefühl gehabt, dass schon allein am Leben zu sein eine großartige Sache ist."




17. April 2020

Stiller leerer Bahnhof - ein Oxymoron


(c) Anne Riebel



10. April 2020

Im Weinladen


Unter dieser Rubrik schreibe ich künftig zusammen mit dem Weinladen bei uns im Viertel über Wein und Literatur ...


Hinter dem nachfolgenden Link versteckt sich der erste Beitrag :-)

Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest und alles Gute!

"Für wirkliche Behaglichkeit gibt es nichts Besseres als zu Hause zu bleiben."

Seit mehr als 35 Jahren sind Ulrike und Friedrich in ihrem Weinladen am Metzer Platz mit ausgesuchten Produkten rund um den Wein präsent.


(c) Anne Riebel


3. April 2020

Heute ohne Worte



(c) Anne Riebel



26. März 2020

Frisör

 

Ich habe mir die Haare geschnitten. Da ich ohnehin nur zum Einkaufen und für meinen täglichen flotten Gang rauskomme, mag es gehen. Ich denke an meine Frisörin, bei der ich heute einen Termin gehabt hätte.
Ich mag den Ausdruck in seiner altmodischen Schreibweise: Frisör, Frisörin … Da muss man beim Sprechen die Lippen rund machen, fast wie bei einem Kuss. Ich finde es auch passender, zumindest für uns hier in Spandau als zum Beispiel Hair Stylist oder Coiffeur Carisma.

Meine Frisörin schafft es jedenfalls die haarige Fülle auf meinem Kopf in eine Form zu bringen, die fünf Wochen lang sitzt. Vom ersten bis zum letzten Tag. Und es sieht so leicht aus bei ihr, doch was für eine Kunstfertigkeit dahintersteckt, habe ich nun wieder einmal festgestellt; es wollte mir nämlich nicht einmal gelingen Kamm und Haare und Schere gleichzeitig in Händen zu halten.

Ich liebe meinen turnusmäßigen Gang in den Frisörsalon. Ein freundliches Lächeln. Wie geht’s Ihnen? Ein Getränk? Kurze Lagebesprechung. Haare shampoonieren. Bisschen sprechen. Schneiden. Schweigen. Vielleicht eine Kopfmassage? Föhnen. Zurechtzupfen. Und die Frisur sitzt, von vorne und von hinten, wie der obligatorische Blick in den zusätzlichen Spiegel zeigt.
Von Aurich bis München, in Landau und Charlottenburg – es ist überall das gleiche Ritual. Im Supermarkt, auf der Fähre. In einer kleinen umbrischen Stadt. Dort brauchte ich nicht einmal viele Worte, um es in Gang zu setzen. Ich sagte nur „fare corto“.

Und danach fühle ich mich immer so zufrieden. Es ist nicht nur wie eine Art von Wellness am Kopf. Es ist … wie soll ich das beschreiben, fast schon ein sakrales Gefühl, wie als Kind oder Jugendliche nach einem Kirchgang …
Doch ich möchte jetzt nicht zu philosophisch werden. Das können andere besser. Axel Hacke zum Beispiel. Kürzlich habe ich sein neues Buch gelesen:
Wozu wir da sind
Walter Wemuts
(schreibt sich ohne h wie unser Carisma)
Handreichungen für ein gelungenes Leben

Kann ich sehr empfehlen, falls jemand nach Innen gehen möchte in dieser Zeit. Mir hat es gut gefallen, und ich habe über der Lektüre bemerkt, dass ich während der letzten Jahre schon vieles schaffen und gestalten konnte, was seiner und meiner Einschätzung nach wichtig ist. Warum mir das jetzt gerade einfällt? Es hat auch mit einem Friseur zu tun …






19. März 2020

Viren schleichen leise


Der Verkehr fließt ruhig,
Menschen stehen, gehen.
Sitzen, rauchen stumm.
Einer riecht nach Schnaps.

Behutsam rollt der Bus heran,
öffnet die Hintertüren,
weil rot-weiße Bänder
vorn den Fahrer schützen.

Alle sind still, wachsam.
Viren schleichen leise,
wie immer schon,
in jedem Bus, in jeder Bahn.

Wenn es kalt wird,
mutieren sie munter;
mit und ohne Krönchen
kreieren sie ihr gewaltiges Potenzial
an Krankheit, Schmerz und Tod.

Als Teil der Schöpfung
wollen sie leben.
Wir
waschen uns die Hände.
Neuerdings?
Wir
haben unser Leben
stufenweise stillgelegt;
Arbeit, Existenz
zur Möglichkeit verklärt.

Spielen und lernen
eingestellt.
Grundrechte
außer Kraft gesetzt.
Die Party abgesagt.

Wir verharren
in angstvollem Schweigen,
Viren schleichen leise ...
Manch eine lauscht nach innen:
"Ist es wirklich so schlimm?"

Doch die Krönchen
sind schnell -
in ihrer Oberflächlichkeit
und Mega-Effizienz
viel zu schnell unterwegs.

Mit uns
hat das nichts zu tun.
Wir waschen uns die Hände
in Sagrotan.




7. März 2020

Vor dem Frühstück dichten ...


Wer morgens schon im Bette lacht,
dem wird ein Kaffee gebracht.

Wer morgens schon im Bette singt,
merkt nicht, dass es draußen stinkt.

Wer morgens schon im Bette schreit,
hat für das Leben keine Zeit.

Wer morgens schon im Bette flucht,
wird heimgesucht.



21. Februar 2020

Briefe an das Leben


Liebes Leben,
hier bin ich wieder an meinem Schreibtisch. Draußen sind es 5,9° C. Normaler Weise beschreibe ich wie der Himmel aussieht, aber jetzt ist es schon so dunkel, dass sich unser Wohnzimmer in der Fensterscheibe spiegelt. In der Wohnung der Nachbarn schräg gegenüber läuft eine Comic-Sendung. Der Fernseher ist so groß, dass ich bequem mitschauen könnte, würde ich mir einen Stuhl auf den Balkon stellen. Unter mir vibriert der Boden, weil irgendwo im Haus eine Waschmaschine schleudert. Draußen am Balkongeländer hängt noch die Weihnachtsbeleuchtung. Wir machen sie erst Ende Februar ab, weil uns die Lichter über die dunkle, graue Zeit hinwegtrösten. Thomas ist in der Küche. Er spült Gläser und denkt darüber nach, was er für die nächste Woche auf den Speiseplan setzen könnte ...


Seit vierzehn Jahren beginne ich so meinen Tag. Ich stehe auf, koche mir eine Tasse Kaffee, ziehe mir Socken an und schreibe einen Brief an das Leben.

Über die Idee einer stillen Stunde, einer Zeit einfach nur für sich selbst, war ich schon vor vielen Jahren durch meine intensive Beschäftigung mit Zeitmanagement und Work-Life-Balance gestolpert, bekam das aber nie so richtig umgesetzt. Erst durch das Buch der Kreativitätstrainerin Julia Cameron (Der Weg des Künstlers), bin ich auf die Morgenseiten gestoßen, wie sie selbst diese Technik nennt.

Ich schreibe an das Leben, weil das für mich das Ergebnis einer langen Suche nach meiner spirituellen Ausrichtung ist. Ich stehe ja hier, auf dem Boden meiner Tatsachen, genau zwischen oben und unten, und wer weiß schon, wo das Göttliche sitzt? Im Himmel habe ich es jedenfalls nicht gefunden, obwohl ich so intensiv danach gesucht habe, dass ich schließlich mit dem Kopf in den Wolken steckte. Und immer wieder (geistig) durch die (innere) Hölle zu gehen? Manche brauchen ein Leben in Dramen, um sich lebendig zu fühlen. Ich habe - auch inspiriert von der buddhistischen Philosophie - eine andere, eine tiefe und ruhige Lebendigkeit in mir entdeckt. Eine Lebendigkeit, die ganz eng mit der Zufriedenheit verwandt ist. Und sich immer auf den Moment und vom Herzenshorizont her auf den Tag bezieht.
Dass ich an etwas glaube, das größer und mächtiger ist, über mich selbst hinausreicht, tut mir sehr gut. Es schützt vor Eitelkeit und heilt über die Zeit auch die größte Egozentrik (sich für alles verantwortlich zu fühlen, ist übrigens auch eine Form davon). Es hilft mit Ängsten besser fertigzuwerden - alten und solchen die von vorne kommen. Es öffnet
den Blick für die kleinen Wunder, die so zahlreich und vielfältig sind, dass die Ewigkeit nicht ausreichen würde, sie alle zu bestaunen und zu würdigen.
Abzulassen von der vorherrschenden Wissenschaftsgläubigkeit erfordert allerdings auch viel Mut; es gilt auszuhalten, als naiv belächelt zu werden. Dabei ist es nicht so, dass ich etwas gegen die rationale Vernunft oder die Wissenschaften hätte. Sie haben ihren Platz im großen Ganzen, neben dem Mitgefühl, dem Tun, der Kreativität ...

Meine Briefe an das Leben sind keine literarischen Ergüsse. Ganz im Gegenteil. Sie sind vollkommen irdisch und menschlich und natürlich für niemandes Augen bestimmt. Dem Leben kann ich, wie einer ganz engen und guten Freundin, alles sagen. Kann mir alles von der Seele schreiben. Kann jammern und bitten, wüten und wünschen. Und das habe ich in den über fünftausend Stunden auch ausgiebig getan. Doch interessanter Weise wurde es im Laufe der Zeit weniger. Immer öfter spülte der morgendliche Schreibfluss Ideen an. Eine Szene für das aktuelle Buch. Das Thema für das nächste, eine Figur für das übernächste. Manchmal kommt der zündende Einfall für ein Geschenk oder eine alltägliche Entscheidung, die ich zu treffen habe, erst später. Doch ich hatte schon oft das Gefühl, dass er vielleicht gar nicht zu mir durchgedrungen wäre, wenn ich morgens nicht "meinen Kanal geputzt" hätte. Und irgendwann - das habe ich von anderen auch gehört, die meditativ schreiben - kippt die Waage und den größten Raum nimmt die Dankbarkeit ein.



3. Januar 2020

Alles Gute und Liebe fürs Neue Jahr!


(c) Anne Riebel





"Was die Zukunft anbelangt -
es geht nicht darum, sie vorauszusehen,
sondern sie möglich zu machen."

(Antoine de Saint-Exupéry)





30. Dezember 2019

Herzlichen Glückwunsch, lieber Theodor,


bitte verzeihen Sie mir diese vertrauliche Anrede. Sie wäre zu Ihrer Zeit bestimmt nicht üblich gewesen. Doch da ich Sie schon immer als einen meiner Lieblingsautoren schätze und mich in diesem Jahr anlässlich Ihres 200. Geburtstages in einige Ihrer schönsten Werke vertiefen konnte, habe ich das Gefühl, Sie beinahe zu kennen.

All Ihre Bücher stehen nun in der Reihenfolge des Erscheinens an prominenter Stelle in meinem Regel. Ihr 700 Seiten starker Roman "Vor dem Sturm", der im Winter 1812 auf 13 vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege spielt, hat mich bis ins Frühjahr hinein begleitet. Er hat mich beruhigt und unendlich getröstet. Denn in Zeiten, in denen die Menschen um mich herum nur noch rennen und mit mit den Flügeln schlagen, es für alles eine schnelle, umfassende Lösung geben soll, (die sich dann am besten noch von selbst umsetzt), war Ihre langsame, kluge und detaillierte Art der Beschreibung und des Erzählens wie ein Balsam für Geist und Seele.
Darüber hinaus hat es mir eine Tür zu einem anderen Geschichtsverständnis eröffnet, wofür ich Ihnen unendlich dankbar bin. Übrigens wird "Vor dem Sturm" inzwischen von der Literaturkritik als deutsches Pendant zu "Krieg und Frieden" und Teil der Weltliteratur gewürdigt; Ihr Name in einem Atemzug mit Tolstoi genannt. Vielleicht freut es Sie, das zu hören - immerhin haben Sie 25 Jahre an dem lieben Werk gearbeitet.

Wie gesagt, hier sind alle ständig unterwegs. Manchmal habe ich das Gefühl ...

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7. Oktober 2019

Zu Gast bei Text & Tee in Groß-Glienicke

Die Lesung, die ich halte, ist immer dieselbe. Und doch ist es jedes Mal eine völlig andere Erfahrung. So war es auch bei Ruth Maria Görschen und ihrem Mann im Seecenter in Groß-Glienicke. In den Räumen der Denkfabrik und philosophischen Praxis - die durch Jürgen Görschens Gemälde eine erfrischende Erweiterung erfahren - herrschte eine so starke Atmosphäre von Ruhe und Entspannung, dass sich meine Nervosität sofort verflüchtigte.
Hier lädt Ruth Maria Görschen nicht nur alle vier Wochen zu Text & Tee, zu Begegnungen zwischen Autoren und Lesern und Gesprächen über Gott und die Welt. Seit einigen Jahren organisiert sie auch mit viel Engagement den brandenburgischen Part des Krimi-Marathon Berlin-Brandenburg; das große Krimifestival findet in diesem Jahr zum 10. Mal statt, los geht es am 4. November (berliner-krimimarathon.de/).
Zusammen mit den dreizehn Gästen, darunter meine Freundin Marion aus Potsdam und Anita Meybohm, die Katzenkrimis schreibt (Tuxedo), haben wir uns an diesem Abend auf eine genussvolle und spannende Reise in die Südpfalz begeben. Und mit Rivaner, Riesling, Portugieser Rosé, Dornfelder und Dunkelfelder auch die Weine, die in meinen Büchern vorkommen verkostet. Denn - das gilt fürs Schreiben wie fürs Lesen gleichermaßen - beim Krimi gibt es eben Szenen, die laufen nicht mit Tee.


(c) Thomas Gebhart



13. September 2019

Dunkelfelder - Premiere-Lesung in der Pfalz ...

... im Weingut Silbernagel in Ilbesheim. Ein Abend voller Überraschungen: Meine Schwestern waren beide mit ihren Freundinnen gekommen. Unter den Gästen eine Frau, die mein doch eigentlich recht gutes Gedächtnis für Gesichter zum Vibrieren brachte; sie strahlte mich an: "Wir waren damals in der Maria-Ward-Schule in derselben Klasse!" Ja. Stimmt! Es dauerte eine Weile, bis ich im Geist die gut 30 Jährchen zurückgewandert war und mich erinnerte ...
Auch mit dabei der Bürgermeister von Rittersheim. Das südpfälzische Rittersheim ist ein Ort, den es nur in meiner Phantasie gibt; dort spielen die Krimis. Im Donnersbergkreis in der Nordpfalz aber gibt es tatsächlich einen Ort gleichen Namens. Eigentlich ein Grund auch einmal in dem 170-Seelen-Dorf zu lesen, n'est-ce pas ...?
Es war wie immer ein vollkommen gelungener Abend bei Sophie und Marc, mit pfalz-buddhistischer Gelassenheit,
exzellenten Weinen, selbstgemachten Schnittchen, Kuchen und Desserts und genau im richtigen Augenblick kredenzten Schokoladen-Gugelhupf-Pralinen.





6. September 2019

Dunkelfelder - Premiere-Lesung in Berlin-Spandau ...

... im Weinladen Spandau am Metzer Platz sorgte Ulrike Trump-Berndt mit ihrer fröhlichen Art für gute Stimmung unter den knapp zwanzig Gästen, während Friedrich Berndt backstage in der gemütlichen Büro-Küche Kartoffelsuppe kochte.
Meine Freundinnen Heather und Anne-Marie waren gekommen; meine liebe Simone rief mich am Nachmittag aus dem thüringischen Ziegelheim an und riet: "Mach's schön bodenständsch!" Das sind meine Krimis ja auch, doch für die Lesung hatte ich die etwas verrückteren Szenen ausgewählt. Was nun? Auf ihr Gefühl ist nämlich eigentlich Verlass.

Doch ändern konnte ich nun nichts mehr. Also war ich sehr gespannt und freute mich, dass meine ZuhörerInnen alle mühelos mit eintauchen konnten, auch in den Geist von Stella Römer, einer jungen Frau, die ihre Lebens-Geister vor sich sieht und reden hört ...
Zwischendurch wurden natürlich auch die Weine aus dem Buch verkostet, der Dunkelfelder trocken (mit silberner Kammerpreismünze) kommt aus Landau-Nussdorf vom Weingut Lorentz, wo man eine besondere Leidenschaft für diese durchaus etwas eigenwillige Rebsorte hegt. Während die Lesung bei dem einen oder anderen Gläschen und Gespräch ausklang, durfte ich mal wieder Bücher signieren. Auch für eine ältere Dame, die lächelnd vor mir stand und meinte: "Schreiben Sie, zur Erinnerung an einen beglückenden Abend!"


(c) Thomas Gebhart


August 2019

Erste Rückmeldungen


(c) Anne Riebel
Seit vier Wochen ist er nun in der Welt mein: Dunkelfelder oder ein bitterer Abgang. Fast noch spannender, als den Krimi zu schreiben, war dann das Warten auf die ersten Rückmeldungen, die zum Glück auch bald eintrudelten:
"Ein mutiges Buch ...", "Dein Krimi ist spitzenklasse!", "Es ist spannend und sehr gut geschrieben.", "Mann o Mann, bienenfleißig eingesammelt und ausformuliert. Respekt!" "... Die Auflösung war sehr interessant. Spannend waren auch die einzelnen Figuren, vor allem Stella ..." Letzteres schrieb mir eine ehemalige Kollegin, die wahnsinnig gerne und viel liest. Ähnlich positiv hat sich auch mein Nachbar geäußert, der eine eigene kleine Bibliothek besitzt. Von solchen Büchernärrinnen und -narren zu hören, dass sie mein kleines Werk als gelungen ansehen, hat mich ganz besonders gefreut.
Und ich war sehr berührt, als mir meine liebe Freundin Marion bei einer unserer gemütlichen Klausurtagungen in Wannsee sagte: "Ich habe jetzt auch Lebensgeister - Dein Krimi hat mich gerettet."
Vielen lieben Dank Euch allen - auch für die Ermutigung auf den manchmal langen Durststrecken unterwegs. Für den Wind, unter meinen Flügeln.



20. Juli 2019

Einfach vollkommen ...

... war unsere (vorläufig) letzte Lesung aus "Silvaner trocken oder ein tödlicher Tropfen" bei herrlichem Sommerwetter auf dem Ökohof im Malchow. Beate Kitzmann - Biologin, Kräuterliebhaberin und Geschäftsführerin - präsentierte und servierte mit ihrem Team den gutgelaunten Gästen ein kleines 6-Gänge-Menü. Alles regional, saisonal, vom Hof und mit viel Liebe zum Produkt zubereitet. Auch die korrespondierenden Weine kamen aus nachhaltigem Anbau. Der geheimnisvolle Kräuterlikör, der das Dessert begleitete, sogar aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

   


(c) alle Thomas Gebhart



12. Juni 2019

Warum sprichst Du so komisch?

    „Das macht man nicht. Es ist geschmacklos!?“, verkündet die junge Kollegin und hebt den Blick. Ein kleines Fragezeichen steht in ihren schönen Augen und es schwingt auch in ihrer Stimme mit, so dass die selbstbewusste Aussage am Ende fast wie eine Frage klingt.
    „Ich glaube, ich würde das auch nicht machen“, sage ich. „Es würde meinem Bedürfnis, meine Privatsphäre zu schützen, zuwiderlaufen.“
Warum sprichst Du eigentlich immer so komisch? Sie sagt es nicht laut. Und doch klingt dieser Satz so klar in mir, als sie mich irritiert ansieht. Es ist nicht das erste Mal, das mir das passiert.

Vor einigen Jahren fiel mir das Buch Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg in die Hand; es zu lesen war wie eine Offenbarung für mich. Mir liefen Tränen über die Wangen, als ich begriff, warum mich die übliche Art, mit meinen Mitmenschen zu sprechen, seit ich denken kann überfordert, irritiert oder mit einem unangenehmen Gefühl zurückgelassen hat. Denn meist geht es um Urteile und Bewertungen. Im Fokus stehen andere, nicht die am Gespräch Beteiligten selbst. Es geht nicht um Empfindungen, Ideen oder die individuellen Bedürfnisse – in denen der Schlüssel zu so vielem liegt -, sondern um moralische Fragen, die allgemeine Lage, Fehler der Verantwortlichen, Missstände, etc. Es wird festgestellt, was gut oder schlecht läuft. Richtig oder falsch ist. Dabei liegt der Ort, wo wir uns begegnen können – wie der persische Dichter Rumi schon im 13. Jahrhundert festgehalten hat – jenseits dieser Polaritäten.

In meiner Vorstellung gibt es zwei Türen, die in die Welt der Gewaltfreien Kommunikation hineinführen, darauf stehen Empathie und Toleranz. Wenn beide Gesprächspartner diese Türen durchschritten haben, finden sie sich an einem Ort, an dem Gespräche blühen und Beziehungen Früchte tragen können, wie in einem liebevoll gehegten Garten. Hier treffen sich Menschen, die nicht darauf aus sind, andere auf ihre Seite zu ziehen. Und die verstanden haben, dass es das große ES genauso wenig gibt, wie den kleinen man.

Die praktische Umsetzung der Gewaltfreien Kommunikation im Alltag ist allerdings eine Übung im ganz Kleinen, dort wo die größten Wunder möglich sind, der größte Mut gefordert ist.
    Small Talk gibt es nicht mehr. Ich habe den Ausdruck nie gemocht, vielleicht weil ich jede Begegnung als viel zu einzigartig und kostbar empfinde, um sie so unachtsam abzutun. Kleine Gespräche, leichte Konversation. Ich lasse mich darauf genauso ein, wie auf ein Treffen mit Freunden, auch wenn die Themen natürlich andere sind.
    Zuweilen kostet es mich viel Kraft, die urteilende und bewertende Sprache um mich herum innerlich zu übersetzen oder mir Fragen auszudenken, die eine lebendige und authentische Unterhaltung in Schwung bringen könnten.
     Doch wie klein und zart das Pflänzchen noch ist, das ich da hege, hat mir ein Besuch bei meiner Schwiegermutter kürzlich gezeigt. Sie hat ihren 83. Geburtstag gefeiert. Wir sitzen am Frühstückstisch als sie konstatiert: „Erdbeeren und Himbeeren sind die aromatischsten Früchte!“
    Ich frage: „Magst Du Himbeeren und Erdbeeren am Liebsten.“
    „Nein!“, gibt sie vehement zurück. „Ich meinte das ganz allgemein!“
Früher hätte mich das wütend gemacht. Warum? Weil mir die Wahrnehmung und Wertschätzung der Vielfalt, die das Leben uns bietet, wichtig ist. Heute kenne ich dieses Bedürfnis und kann es mit dem, mich kreativ auszudrücken wunderbar verbinden:


(c) Anne Riebel





17. Mai 2019

Ein Sehnsuchtsort ...

... so nennt es mein Mann. Ein Herrgottsfleckchen ist es für mich: Das Jostal im Schwarzwald und insbesondere der dort so malerisch gelegene wie liebevoll geführte Griesbachhof. Ich könnte auch sagen: "Ein Ort mit gutem Feng Shui". Und würde ich es so beschreiben, schaute mich wahrscheinlich niemand irritiert an. Doch ich hänge nun einmal an diesen schönen alten Wörtern.

Vor zwei Tagen sind wir zurückgekommen. Wenn ich morgens aufwache, habe ich die frische würzige Luft, mit einem Hauch von Heu und Kuh noch in der Nase. Und die aufgeregten Pfeiftöne des selten gewordenen Hausrotschwänzchens im Ohr. Nur die Stille ist hier nicht so dicht. Und mir dämmert, dass ich zu Hause bin. Mich wieder in das richtige Leben, meinen Alltag hineinfinden muss.

Bald wird mein dritter Krimi - Dunkelfelder oder ein bitterer Abgang - hier eintreffen. Und wieder muss ich an den Hof denken, an die gemütliche Ferienwohnung mit ihrer im besten Sinne stubenhaften Einrichtung. Letztes Jahr saß ich auf der Bank vor dem Kachelofen, während mein Mann lange (für mich ohnehin zu anstrengende) Wanderungen unternahm. Ich starrte in meinen Laptop, versuchte zum wiederholten Mal, endlich das auszudrücken, was mir auf der Seele brannte. Ohne ... ja, was? Zu krass, zu hart, zu böse zu sein? Wasch mich, aber mache mir den Pelz nicht nass? Die meisten Menschen assoziieren Kunst - egal in welcher Form - mit einem Gefühl von grenzenloser Freiheit. Vielleicht weil es auch in unserem Grundgesetz steht. In Artikel 5 heißt es: Kunst und Wissenschaft ... sind frei. Doch dort, wo die Kunst entsteht, bin ich genauso an den roten Faden des Lebens gebunden, wie alle anderen auch. Und meine Bücher empfinde ich ein bisschen so wie Kinder. Geistige Kinder eben. Sie kommen zwar aus dem Kopf, doch sie bringen alle etwas mit. Der Dunkelfelder hatte mir von Anfang an das Messer auf die Brust gesetzt. Friss oder stirb!
Und da saß ich nun, mit schmerzendem Nacken, allein in der Wohnung Im Heustock unter dem riesigen Dach dieses alten Schwarzwaldhauses, während der Bauer draußen seine Kühe auf die Weide trieb. Und mir die Worte meiner Lektorin in den Ohren hallten. Es ist ein guter Plot, aber es fehlt die Tiefe. Und wir wissen, dass Sie das können!

In diesem Jahr - die letzten Korrekturen am Dunkelfelder hatte ich kurz vor unserer Abreise losgeschickt - habe ich meinen Platz am Kachelofen auch wieder eingenommen. Um morgentliche Meditationen und endlich auch wieder Briefe und Postkarten an alle Lieben zu schreiben. Doch was für ein Glück, dass sich inzwischen ein Lesesessel zum Mobiliar hinzugesellt hatte! Nach wunderschönen, zwei- bis dreistündigen Wanderungen konnte ich mich genussvoll meiner Lektüre widmen. Erholung pur!



(c) Anne Riebel





2. Mai 2019

Zauberhaftes Ambiente




Liebevoll ausgewählte Deko und Geschenke, mit einem Blick fürs Detail arrangiert. Ein kleiner, feiner Laden in altem Gemäuer, wo früher Tauben gurrten. Unten im ehemaligen Pferdestall eine Auswahl von Weinen aus der Pfalz, Rheinhessen und Südtirol. Der Traum vieler Frauen, könnte ich mir denken. Simone Meiß in Niddatal hat ihn sich erfüllt. Unterstützt wird sie von ihrem Mann, der zu allen Weingütern persönliche Kontakte pflegt und bei den regelmäßig stattfindenden Weinproben mit viel Wissen und Humor durchs Programm führt. Bei unserer gemeinsamen Krimi-Lesung haben wir passend zum Buchtitel mehrere Silvaner / Cuvées verkostet.


(c) alle Thomas Gebhart




16. Februar 2019

Die Flügel wieder spüren



(c) Thomas Gebhart
Im Norden von Usedom, südlich von Zinnowitz, wo der Landstreifen zwischen Ostsee und Achterwasser am schmalsten ist, liegt das Atelier und Wohnhaus des Künstlers Otto Niemeyer-Holstein, welches wir im Oktober letzten Jahres, während unseres Urlaubs auf der Insel besuchten.
Als wir im späten Licht von Jahr und Tag durch die Laube mit ihren reifen Trauben gingen, den Naturgarten mit seinen Skulpturen, seinen lauschigen Plätzchen und dem Bootssteg durchstreiften, sagte ich zu meinem Mann: Das hier ist ein Herrgottsfleckchen!
Bald darauf erreichte mich eine Einladung, im Forsthaus Damerow, in Koserow eine Lesung zu halten. Es liegt kaum einen Steinwurf entfernt. Nach zwei erholsamen Tagen mit ausgedehnten Spaziergängen am Strand, machten wir uns auf den Weg. Hinter den Wiesen sank die Sonne, eine Szene wie auf einem Gemälde Caspar David Friedrichs.
Die Fenster des reetgedeckten Forsthauses waren hell erleuchtet. Der Raum - eine gelungene Melange aus ländlicher Gediegenheit und Leichtigkeit - war in weiß eingedeckt, auf jedem Tisch lag ein Buch, in der Fensternische grüßte eine steinerne Eule. Das Publikum lauschte, ließ sich auch von den Köstlichkeiten aus Küche und Keller verführen.





31. Januar 2019

Wenn einfach alles passt ...






... Krimi-Lesung Silvaner trocken bei der Winzergenossenschaft in Kallstadt ...



... ein wunderschönes Ambiete, höchstachtsame und freundliche Gäste ...





... eine sehr interessante Weinprobe, denn auch der runde, süffige Portugieser, ein 2018 Morio-Muskat mit einem Bukett, das seinesgleichen sucht und die Rieslaner Auslese haben etwas mit Silvaner zu tun ...


... und eine beeindruckende Führung durch den Betrieb - vom traditionellen Holzfass im historischen Gewölbekeller bis zur modernsten Weinbautechnik ist alles vertreten. Hier zusammen mit Herrn Anthon (Vorstandsvorsitzender) vor einem 100.000 l fassenden Edelstahltank.


(c) alle Thomas Gebhart





21. Dezember 2018

"Wenn die stille Zeit vorbei ist, wird es auch wieder ruhiger." (Karl Valentin)



(c) Anne Riebel




25. November 2018

Fast wie bei Freunden ...


... war es bei der Lesung in der Weinwirtschaft am Thomaskirchhof in Leipzig ...








... auch dank Lisa Schindler, die mit Herz und Sachverstand alle betreute ...







... im Gespräch mit einer jungen Dame (9 Jahre alt), die sich überhaupt nicht gegruselt hat und selbst auch gerne liest und schreibt ...








... auf Tuchfühlung mit den Gästen, die zum Teil auch WiederholungstäterInnen waren ...










Vielen Dank - es war wieder sehr schön!


(c) alle Thomas Gebhart
  


8. November 2018

Mit dabei - beim 9. Krimi-Marathon Berlin-Brandenburg

Wir sind ausverkauft bei der Mörderischen Weinprobe im Württemberger Weinhaus. Spannend ist nicht nur die Atmosphäre des Ladens in einem der gemauerten Viaduktbögen der Berliner S-Bahn aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Ab und an rauscht ein Zug über uns hinweg. Und zwischen den Szenen der Krimi-Lesung kredenzt René Arnold ausgesuchte Weine.



(c) Thomas Gebhart



19. Oktober 2018

Charmant und kompetent



(c) Thomas Gebhart










Die Maikammerer Weinprinzessin Anna-Lea I. stellte im Rahmen der Mörderischen Weinprobe in der Ortsvinothek "Weinkammer" ausgesuchte Tropfen der Rebsorte Silvaner vor.



16. Oktober 2018

Na, wer war es ... ?


Mit dem Herbst beginnt für mich nun wieder die Lese-Saison: Den Auftakt gab es am vergangenen Freitag im Weinladen Spandau am Metzer Platz. Eine kleine und feine Mörderische Weinprobe mit Silvaner Kostbarkeiten vom VDP-Weingut Schmitts Kinder in Franken.
Mit Silvaner trocken - dem Wein des Jahres - geht es weiter, Ende der Woche im südpfälzischen Maikammer. Und Anfang November in Charlottenburg - gemeinsam mit dem Württembergischen Weinhaus am Kranzler Eck sind wir mit von der Partie beim Krimimarathon Berlin-Brandenburg --> Programm.


(c) Thomas Gebhart



23. April 2018

Bücher kaufen

Online Bücher zu kaufen ist leicht und komfortabel. Es trägt aber auch dazu bei, dass langfristig immer weniger Leute in diesem Bereich tätig sein können. Ich denke dabei an die Inhaberinnen kleiner Buchläden, engagierte Buchhändler und Verlagsvertreter, die diese besuchen und über Neuerscheinungen informieren.

Außerdem ist für mich der direkte Kontakt zu den "Büchermenschen" in meiner Nähe unabdingbar. Und der Geruch der vielen druckfrischen Schmöker, der mir beim Betreten einer Buchhandlung in die Nase strömt, versetzt mich in einen Zustand angenehmster Aufregung.

Wenn es aber einmal schnell gehen muss? Ein Geschenk auf den Weg gebracht werden soll? Oder ich ein ganz bestimmtes (Fach)Buch brauche? Dafür gibt es mit dem Autorenwelt Shop nun eine faire Alternative. Dahinter steht die Münchner Verlegerin Sandra Uschtrin, die sich zusammen mit ihrem Team seit Jahrzehnten für die Vertreterinnen und Vertreter der schreibenden Zunft engagiert. Unter anderem gibt sie das Handbuch für Autorinnen und Autoren und die Fachzeitschrift Federwelt heraus. Vor einigen Jahren hat sie mit der Autorenwelt die erste große Plattform im Internet für diesen Bereich geschaffen und nun mit dem angeschlossenen Shop eine weitere Vision verwirklicht.

Da man auf schlanke Strukturen und Prozesse setzt, eng mit dem Großhandel zusammenarbeitet und nicht dem Zwang der ständigen Gewinnmaximierung unterliegt, werden die teilnehmenden Autoren - die in der Regel zirka 7% vom Ladenpreis an einem Buch verdienen - bei Käufen über den Autorenwelt Shop mit weiteren 7% entlohnt.

Damit soll nun aktiv dazu beigetragen werden, dass künftig vielleicht mehr als nur 5% oder ungefähr 100 deutsche Schriftsteller von den Verkäufen ihrer Bücher leben können. Schließlich sind sie es doch, die uns in fremde, spannende Welten entführen, während wir entspannt zu Hause auf dem Sofa sitzen. Die uns neue Erkenntnisse, Balsam für Herz und Seele servieren und kulinarische Genüsse, die sich nicht auf die Linie auswirken.



8. März 2018

Siegesgöttin

Zum Frauentag bin ich auf eine der ältesten weiblichen Figuren in der Kunstwelt gestoßen. Die Darstellung der Siegesgöttin Nike wurde auf der griechischen Insel Samothrake gefunden und ist ungefähr 200 Jahre vor Christus entstanden. Als ich der Skulptur im März 2004 im Louvre in Paris gegenüberstand, hat sie mich zu einem Gedicht inspiriert. Ich fand es ganz unten, auf dem Boden meines literarischen Schuhkartons wieder und nichts wäre mir lieber, als wenn es dort liegen bleiben könnte, sich überholt hätte ...


Nike von Samothrake

Zweitausend Jahre alter Wind
fängt sich wallend in Deinen Gewändern.
Die Flügel weit aufgefächert,
schreitest Du zwischen Hass und Hoffnung
über die endlosen Felder der Schlacht.

Durch Zeit und Angst und sterbenden Stolz
zu immer neuen Kämpfen und Kriegen.
Jenseits der Grenzen des Grauens,
wo Kinderseelen stumm verbluten,
hast Du Deinen Kopf verloren.

Getrieben, bedrängt, umschmeichelt
von den Erben eines ewigen Wahns -
Herzblut und tausendfachen Tod
bieten sie Dir als Unterpfand
in ihrem geilen Verlangen nach Macht.

All Deine Freier hältst Du gefangen,
im Kerker der unstillbaren Gier.
Und jeder kurze Moment Deiner Gunst
zeugt in einem hastigen Inferno
nur neue gewaltige Gelüste.





(c) Anne Riebel



21. Januar 2018

Lesungsauftakt in Leipzig


Es ist die Mischung aus städtischem Flair, Kultur und Bodenständigkeit, die mir an Leipzig so gut gefällt. Dass ein Geist von Offenheit und Toleranz hier nach wie vor zu Hause ist, zeigt ein riesiges Plakat an einem Gebäude an der Ringstraße mit einem Wort von Goethe:

"Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter."

Gelesen habe ich diesmal direkt am Thomaskirchhof in der Weinwirtschaft. Das gemütliche Restaurant gehört mit zum arcona Hotel LivingBach. Und Bach selbst schaute von seinem imposanten Denkmalsockel vor der Thomaskirche zu uns herein.


(c) Thomas Gebhart



12. Dezember 2017

Lesen


Was ich am Winter liebe, das ist die Stille. Draußen ist es dunkel. Die Fenster meiner Nachbarn ringsherum, in denen Lichter freundlich funkeln, sind geschlossen. Die Geräusche und Gerüche ihres Lebens, die mir in Sommernächten viel mehr erzählen als ich wissen möchte, bleiben diskret dahinter zurück.
Nichts lenkt mich ab. Behutsam taste ich mich hinein in den Text, spüre den Rhythmus der Sprache, höre ihre Melodie, genieße ihren Klang und
vor meinem geistigen Auge entstehen Bilder, Szenen, ein ganzer Film.
Wenn ich lese, bin ich allein und fühle mich gleichzeitig mit der Schöpferin/dem Schöpfer des Werkes verbunden. Manchmal ist es, als würden wir ein intensives Gespräch miteinander führen. Dabei ist die Begegnung für keinen von beiden anstrengend.
Wenn ich lese, reise ich. Ich lerne andere Länder, Landschaften und Kulturen kennen. Ich kann mit meinem Geist weit in der Zeit zurückgehen. Zum ersten Epos, das vor mehr als 4000 Jahren geschrieben wurde (es erzählt von Liebe, Konflikten, Städten, der Macht der Natur, der Suche nach Unsterblichkeit). Zu den griechischen Großepen, die die abendländische Erzähltradition begründet haben und sie bis heute beeinflussen. Ich kann mich durch alle Epochen der Literatur arbeiten. In die Zukunft schauen oder auf den Flügeln der Phantasie verrückte, fabelhafte Welten erkunden.
Ich lese, um mich abzulenken, von den Widersprüchen und deprimierenden Ereignissen dieser Welt. Um mich ihnen dann doch wieder zu nähern, aber langsamer, behutsamer. Ein Buch ist eben vielschichtiger, als eine kurze, dramatische Pressemeldung.
Ich lese, um mich und meine Mitmenschen besser zu verstehen. Um mich zu trösten und zu stärken. Mich aufs Köstlichste zu amüsieren.
Es gäbe noch so viel mehr zu sagen. Doch der kleine Schmöker hier auf dem Tisch neben meinem Sessel vibriert schon, schaut mich so schmachtend an ...




23. November 2017


Szenen einer Lesung



Begrüßung durch Frau Küchler vom Büchertreff Obertshausen und Herrn Beutler-Torkler in Hugos Weinwelt


Konzentration
Fotos: Thomas Gebhart

Lesen und Lächeln


Bücher signieren mit Herrn Küchler




2.-5. November 2017


Auf Lesereise


Bad Vilbel war das erste Etappenziel. In einem urigen Gewölbekeller gaben wir eine mörderische Weinprobe mit Silvaner trocken und anderen, zum Glück nicht tödlichen Tropfen. Dann ging es weiter nach Bad Dürkheim, wo wir das 10jähige Jubiläum unseres kleinen Longsellers Riesling pur oder ein mörderischer Jahrgang auch noch einmal auf pfälzischem Boden feierten.

Warum ich das alles im Plural schreibe? Weil mir hinter den Kulissen jemand mit Rat und Tat zur Seite steht. Ohne ihn würde es mir schwerfallen, Krimis zu schreiben, weil er meine oft überbordende Phantasie bremst, den Blick immer wieder zurück auf das Wesentliche lenkt. Und ohne ihn, wären solche Reisen nicht aufregend und schön - sondern nur ein anstrengendes Fiasko.

Er ist ziemlich bester Freund, Roadie, Fotograf (leider selbst kamerascheu) und mein Göttergatte.



(c) Thomas Gebhart




20. Oktober 2017


Jubiläums-Lesung - 10 Jahre Riesling pur oder ein mörderischer Jahrgang


Lebendiges Engagement und eine nahezu buddhistische Gemütsruhe - das scheint mir das Erfolgsrezept von Ulrike Trump-Berndt und Friedrich Berndt zu sein (hier mit der aktuellen und der Erstausgabe meines kleinen Longsellers). Seit 35 Jahren betreiben sie den Spandauer Weinladen bei uns in der Wilhelmstadt. Dabei stehen bei ihnen immer wieder wein-kulinarisch interessante Veranstaltungen auf dem Programm.
Gemeinsam mit 25 gut gelaunten Gästen waren wir nicht nur literarisch am malerischen Haardtrand unterwegs, wo das Rebenmeer rechts und links der Weinstraße in den Pfälzer Wald übergeht. Spannend war auch die Verkostung der ausgesuchten Weine, die dort wachsen.




20. September 2017

Wörter mit B

Bundestagswahl; Bundestagswahlkampf.
Bundestheater steht im Duden gleich unter den beiden oben genannten Begriffen. Danach kommt Bundestrainer. Alles Wörter mit B. Wenn Wörter mit demselben Buchstaben beginnen, heißt das nicht, dass sie auch inhaltlich etwas miteinander zu tun haben. Den meisten Menschen ist dies bekannt. Anscheinend aber nicht der AfD. Denn was eine Burka mit Burgunder zu tun haben soll, ist mir nach wie vor schleierhaft.

Ich habe dieses Wahlplakat vor Augen: Drei junge Frauen im Dirndl mit Krönchen auf dem Kopf und einem Weinglas in der Hand. Im Hintergrund Weinberge.

In meinem Schrank gibt es ein Album mit ganz ähnlichen Fotos von mir selbst. Vor 25 Jahren war ich als Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße und der Pfalz auf Weinfesten, Tourismus-Messen und sonstigen Veranstaltungen im In- und europäischen Ausland unterwegs. Als Botschafterin für Wein und Landschaft hatte ich wahnsinnig viele, wunderbare und bereichernde Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft. Ein Geist von großer Offenheit und Toleranz hat mich während dieser zwei Jahre begleitet! Und eine solche Einstellung ist unter anderem auch Voraussetzung, um berufen oder gewählt zu werden.

Warum die AfD dieses Foto, diese Symbolik gewählt hat? Wo sie doch gerade für die gegenteiligen Werte steht?
Komisch?! Dumm gelaufen.

Und wie gesagt. Es ist 25 Jahre her. Heute tragen die Weinhoheiten eher selten ein Dirndl. Sie treten in schicken Kostümen, eleganten Hosenanzügen und manchmal sogar in Jeans auf. Und dann sprechen sie über Wein. Auch über Burgunder. Bei dem es sich um eine weltweit bekannte Rebsorte handelt. Er wird nicht nur in Deutschland angebaut als Weißburgunder, Grauburgunder (Ruländer) und Spätburgunder, sondern auch in Frankreich (Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir). In Australien. In Kalifornien. In Italien nennt man ihn Pinot Bianco, Pinot Grigio und Pinot Nero. Wie keine andere Rebsorte, versinnbildlicht der Burgunder, dass Wein und Weinkultur für das Verbindende stehen.

Haben die das nicht gewusst? Irgendwie dumm.

Die anderen Wahlplakate der AfD, die Aussagen und das Verhalten ihrer Kandidaten, lassen mich bestürzt und verzweifelt zurück. Vor allem das Leugnen unbequemer Tatsachen. Und die Versuche, andere für die eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich zu machen.

In meinen Augen ein Ausufern fürchterlicher Dummheit.

Da fällt mir noch ein Wort mit B ein:

Bildung




10. August 2017


Raus an die Havel


Wenn sich eine Schönwetterlücke
im Sommerhimmel auftut, kann es schon einmal vorkommen, dass ich
hier alles stehen und liegen lasse.


Ich packe mein Skizzenbuch ein.
Etwas Proviant. Und dann stehle
ich mich für eine Stunde mit meiner kleinen Leidenschaft davon ...



(c) Anne Riebel



30. Nov 2012



Mit 'Riesling pur ...' bei der 10. Speyerer Kriminacht

Mein November war in diesem Jahr besonders aufregend! Nach einem doppelten Einsatz beim Pfälzer Krimiwochenende Anfang des Monats stand 'Riesling pur oder ein mörderischer Jahrgang' am 24. und 25. November noch einmal in Speyer im Rampenlicht. Das dort ansässige Theater 'Dicke Luft' und die Damen der Spei'rer Buchhandlung hatten mich zur 10. Spey'rer Kriminacht eingeladen und meinen Erstling auf die Bühne gebracht.

Es war sehr beeindruckend, die eigenen Figuren, die einst im Stillen durch meine innere Bilderwelt marschierten, real und lebendig vor sich zu sehen. Regisseur Norbert Franck hatte die Szenen, die gelesen und gespielt werden sollten ausgewählt und eine neue, auf das Theater abgestimmte, Dramaturgie geschaffen. Der Aufführung war ein kurzer Film vorangestellt, der zusammen mit der eigens komponierten Klaviermusik von Moritz Erbach die Stimmung meines Buches wiedergab.


 


   

(c) alle Fotos Theater 'Dicke Luft'